Geschrieben über das Theater

Auszug aus der Stuttgarter Zeitung zum Strümpfelbacher Theatersommer, 07.07.2004

Im August wandelt sich die Theaterbühne im ehemaligen Schweinestall zum mediterranen Gefilde.
Demnächst erwartet das Theater an der Linde seinen tausendsten Besucher. Im Dezember ist die kleine Bühne in Strümpfelbach zum ersten Mal bespielt worden. Die Strümpfelbacher haben das neue Theater im einstigen Saustall offenbar lieb gewonnen.
Es gibt eine ältere Dame im Ort, die hat noch keine Premiere verpasst. Sie sei zwar zu Fuß nicht mehr die Schnellste, aber der Weg in den Saustall sei ihr nie zu weit, erzählt Christine Haupt vom Theater an der Linde. Auch Besucher von außerhalb scheuen die Anfahrt nicht: "Unsere Bedenken, das Theater liege vielleicht zu dezentral, haben sich zum Glück zerschlagen."
Diesen Sommer sorgen die Theaterleute dafür, dass die alte Dame in Form bleibt: Bis Ende August gibt es sechs Vorstellungen von drei unterschiedlichen Programmen. Der Auftakt ist eine imaginäre Reise ans Meer. Die Figurenspielerin Daniela Hense verwandelt in dem Stück "Eine Insel in der See" den Saustall in eine Strandpromenade. (...) Frank Stöckle kredenzt am 25. Juli einen "Mediterranen Gitarrenabend". (...) Am 29. Juli präsentiert Christof Altmann eine musikalisch-kabarettistische Kulturgeschichte des schwäbischen Weines, von dem man nebenher auch kosten darf. (...)

Auszug aus der Waiblinger Kreiszeitung zur Eröffnung, 28.11.2003


Da haben sie jetzt ihren Saustall! Die wunderliche Geschichte der Kleinsttheaterbetreiber Nolte.
Eigentlich suchten sie nur eine Wohnung um Stuttgart rum. Jetzt haben sie, pardon: einen Saustall. Und das in Strümpfelbach, das so sauber geschleckt da liegt in der Senke. Aber im Schweinekoben soll ja auch Kultur stattfinden. Und die Kunst macht alles reine und strahlend. Am Sonntag ist Premiere im kleinsten Theaterraum weit und breit. 30 Leutchen haben Platz auf dem Futtertrog und den extra gezimmerten Hockern. Je kleiner das Publikum, umso exklusiver muss das Programm sein. Und für Qualität bürgen schon die Biografien der beiden Saustall-Betreiber.

Sie, die jetzt die neue Sau durchs Dorf treiben, sind Hauptberufene, im besten Sinne Getriebene der Darstellenden Kunst. Und jene, die sie künftig einladen wollen, den Stall zu bespielen, sind es nicht minder. Ein Dutzend Jahre stehen beide nun schon gemeinsam auf der Bühne.

Ihr Mini-Ensemble firmiert unter dem Namen "Theater an der Linde". Und das bezieht sich auf eine Neupflanzung vor dem Roten Haus. Oliver Nolte sagt: "Wir wollen bleiben, bis sie ganz groß ist". Die Aufträge zur Verhübschung des Schweinekobens gingen voll und ganz an die Handwerkerschaft im Ort. Dabei wurden wunderbare Freundschaften geschlossen. So haben sie es zu tun mit einem Zimmermann im Fleckschen Betrieb, der nach ihrer Vorstellung gar nie in Rente gehen darf. Eine Garderobe mußte her. Und was war seine Idee? Eine alte Obstbaumleiter mitten durchgesägt, halbmobil aufzustellen dank der Original Stützen.

Führwahr, man muss sich ja nur einmal reinziehen lassen in diesen Schweinestall und fühlt sich sofort sauwohl. Da wird noch mancher auf den Geschmack kommen.

Auszug aus der Stuttgarter Zeitung zum einjährigen Bestehen, 27.11.2004

Ein Jahr "Kultur im Saustall" in Strümpfelbach - Premiere des Chanson- und Theaterabends
"Ein Jahr Kultur im Saustall" vermeldet das kleinste Theater der Region der Stuttgart. Im ehemaligen Schweinestall und im ehemaligen Vorkeller eines mehrere hundert Jahre alten Wengerterhauses an der Strümpfelbacher Hauptstraße wird seit November vergangenen Jahres Theater gemacht. "Mord und Taktschlag" hieß die erste Produktion des Schauspieler- und Autoren-Paares Nolte-Michel, mit viel schwarzem Humor und einer ganz neuen Erfahrung für die Zuschauer. "Man hat das Gefühl, auf der Bühne zu sitzen, sagte eine der ersten Besucherinnen des jüngsten Stücks, des Chanson- und Theaterabends "Et voilà - Edith Piaf", das gestern Abend Premiere hatte.
Die beiden Theater - im Saustall mit 30 Plätzen und im Vorkeller mit 50 Plätzen - sind das ganze Jahr über gut ausgebucht. 55 Veranstaltungen mit insgesamt 1700 Zuschauern verzeichnet die erste Jubiläumsbilanz. 2005 wird das Programm fortgeführt, außer mit Mord und Chanson auch mit dem Stück "Die Schöhne und das Biest" und dem zweiten Strümpfelbacher Theatersommer. Man darf gespannt bleiben.

Auszug aus der Weinstadt-Woche zur Eröffnung, 04.12.2003

Theater in der ehemaligen Residenz Strümpfelbacher Hausschweine.
Weinstadt ist um eine Kulturstätte reicher. In Anwesenheit von Oberbürgermeister Jürgen Oswald und einem kleinen Kreis von Freunden und Förderern wurde in Strümpfelbach der "Saustall" vom Theater an der Linde feierlich als Kleinkunstbühne eingeweiht. Das literarisch-musikalische Programm "Als Hugo Wolf die Motten kriegte" von Michael Speer (Schauspieler) und Ulrich Schlumberger (Konzertakkordeonist) war ein würdiger Auftakt für den neuen Spielort, dem nur 24 Quadratmeter großen ehemaligen Stall, den die beiden Theatergründer Oliver Nolte und Birgit Nolte-Michel in Zusammenarbeit mit den Hauseigentümern Fleck in monatelanger Feinarbeit mit viel Liebe zum Detail in ein professionelles Minitheater mit rustikalem Charme umgestaltet haben.

Auszug aus der Waiblinger Kreiszeitung, 24.09.2004


Fast ein Jahr "Kultur im Saustall"
Im Dezember 2003 öffnete in Strümpfelbach der ehemalige Saustall des Weingärtnerhauses in der Hauptstraße 65 seine Pforten für Theaterpublikum. Liebevoll renoviert und mit professionellem Equipment ausgestattet bietet das wohl kleinste Theater der Region dreißig Erwachsenen und rund vierzig Kindern Platz.
Der "Saustall" ist einer der beiden Spielstätten der langjährigen Theatermacher Birgit Nolte-Michel und Oliver Nolte, die sich mit der Gründung des Theaters an der Linde 2002 in Strümpfelbach 2002 einen Traum erfüllt haben. Nach vielen Jahren auf Tournee quer durch Deutschland können sie nun Programm auf der eigenen Bühne machen.
Für ihr Theater haben sich die Noltes viel vorgenommen. Nach dem großen Erfolg der Eigenproduktion "Mord und Taktschlag. Ein Abend mit Beil, Weib und Gesang", in dem Sängerin Birgit Nolte-Michel mit ihrer außergewöhnlichen Stimme und ihrer spritzig-humorvollen Darbietung Zuschauer aus der ganzen Region bis weit über Stuttgart hinaus nach Strümpfelbach zog, ist zum einjährigen Bestehen von "Kultur im Saustall" am 27. November die Premiere des Chanson- und Theaterabends "Et voilà - Edith Piaf!" mit Birgit Nolte-Michel, Oliver Nolte und Konzertakkordeonist Ulrich Schlumberger geplant.
Weitere Programmschwerpunkte sind Kindertheaterinszenierungen und ausgewählte Gastspiele, z.B. Konzert- oder musikalische Kabarettabende. Und im Advent wird es wie im letzten Jahr wieder inszenierte Märchenlesungen geben, die im gemütlichen Saustall ihre eigene, besondere Atmosphäre entfalten.

Auszug aus den Stuttgarter Nachrichten zur Eröffnung, 04.12.2003


Wo sich einst das Hausschwein suhlte, macht Ehepaar Nolte Kultur.
Schwein muss der Mensch haben. Sow ie Birgit Nolte-Michel und Oliver Nolte, die eigentlich nur auf der Suche nach einer Wohnung in der Region Stuttgart waren. Im Weinstädter Ortsteil Strümpfelbach wurde das Ehepaar fündig - und dort gibt's jetzt bald mächtig viel Theater im Saustall.

Kaum hatten sie vor zwölf Monaten den 400 Jahre alten Fachwerkbau im Ortskern inspiziert, war der Entschluss da: Das einstige Weingärtnerhaus sollte nicht nur eine Bleibe fürs Paar, sonder auch eine Stätte der Kultur werden. Ganz zufällig war die Eingebung nicht: Schließlich sind die beiden schon lange künstlerisch aktiv.

"Wir haben gleich gemerkt: Das Haus setzt Energien frei", sagt die 36jährige Chansonette und Kabarettistin Birgit Nolte-Michel. Der Saustall wurde zur 24 Quadratmeter großen intimen Kleinkunststätte umgebaut. Die Bühne befindet sich im früheren Schweinekoben, auf den Bänken finden bis zu 40 Zuschauer Platz. "Der Zimmermann mußte sogar den Balken über der Bühne entfernen, damit ich stehen kann", sagt die 1,85 große Sängerin. (...)

Die Premiere gibt's am kommenden Samstag mit einer Märchenlesung - ein Nachmittag voller Musik, Düfte und Geräusche. Im neuen Jahr folgen der Schauspieler Michael Speer und Akkordeonist Ulrich Schlumberger mit dem Programm "Als Hugo Wolf die Motten kriegte". Im März präsentiert die Hausherrin "Mord und Taktschlag. Einen Abend mit Beil, Weib und Gesang". Selbst Schillers "Räuber" soll eines Tages den Stall erobern.
"Hier fühlen wir uns sauwohl", sagt Birgit Nolte-Michel, "hier gehen wir nicht mehr weg."

Auszug aus dem Regionalteil der Stuttgarter Zeitung zur Eröffnung, 01.12.2003


Im ehemaligen Stall- und Scheunenteil eines 400 Jahre alten Hauses in Weinstadt-Strümpfelbach wird von nun an Theater gespielt.
(...) Der ehemalige Schweinestall sei ihnen als Abstellraum gezeigt worden. Doch das Paar hatte sofort anderes mit dem 24 Quadratmetern kleinen Raum vor. Auch der Vermieter, der Strümpfelbacher Zimmermann und Restaurator Eberhard Fleck sei sofort Feuer und Flamme gewesen. Das 1587 erbaute Anwesen, das von seinem jetzigen Eigentümer aufwendig restauriert wurde, beherbergt deshalb nicht nur das Theater an der Linde, sondern seit gestern auch das Projekt "Kultur im Saustall". Auf Grund des kleinen Raums sollen dort ganz neue Konzepte ausprobiert werden. Denn neben Kleinkunst will das Schauspielerpaar im Schillerjahr 2005 auch ein Drama des berühmten schwäbischen Dichters im Saustall aufführen.

In diesem kann man noch einen Trog erkennen und die Absperrung, hinter der früher ein Schwein lebte. Nun ist ein Eichenholzboden und eine ebenfalls hölzerne Decke eingezogen worden. Darüber, in der ehemaligen Scheune, ist zurzeit eine Ausstellung zu sehen, für die eine befreundete Künstlerin die Exponate beisteuerte.

Gestern nachmittag wurde mit einer inszenierten Lesung der Märchen "Schneewittchen" und "Der Schweinehirt" Premiere in der ehemaligen Behausung der Haussau gefeiert.
 

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