Strümpfelbach und Weingärtnerhaus

 

 

 
 
Die Ortschaft Strümpfelbach liegt im tief eingeschnittenen Tal des gleichnamigen Baches mitten in den Weinbergen. Sie ist der kleinste, aber auch charaktervollste Stadtteil Weinstadts und durch seine idyllische Lage in der Rems-Murr-Region und die vielen Weinfeste ein beliebtes Ausflugsziel für Natur- und Weinliebhaber aus Stuttgart und Umgebung.

Die Strümpfelbacher pflegten das Alte, sind aber auch aufgeschlossen für Neues. Außer dem Heimatmuseum befindet sich hier das Museum Nuss, das in wechselnden Ausstellungen Malerei und Plastik das Südwesten ausstellt und von dem überregional bekannten Bildhauer Karl-Ulrich Nuss betrieben wird. Einige seiner Arbeiten sind auf dem "Skulpturenpfad" in den Weinbergen zu besichtigen. Karl-Ulrich Nuss setzt als Künstler in Strümpfelbach die Tradition seines Vaters, des Bildhauers Prof. Fritz Nuss (1907-1999), fort.

Der besondere Charme Strümpfelbachs und seiner engagierten Bürger wurde übrigens auch schon mehrfach durch Preise in dem Wettbewerb "unser Dorf soll schöner werden" aus Landes-, Bundes und EU-Ebene belohnt Über 50 prächtige Fachwerkhäuser im Ober- und Unterdorf erinnern an die handwerkliche Kunst der Zimmerleute aus dem 16. und 17. Jahrhundert und an die wirtschaftliche Blüte, die der Ort im ausgehenden 16. Jahrhundert erlebte.

Das alte Weingärtnerhaus des heutigen THEAER AN DER LINDE gehört zu den schönsten Bauten aus dieser Zeit und ist seit 1927 denkmalgeschützt. 1587 wurde es in exponierter Lage vermutlich von dem Erbauer des Rathauses, Jeremias Kübler, als Wohn- und Betriebsgebäude eines Weingärtners an der Gabelung des Hauptwegs des Dorfes errichtet.

Dem Besitzer war bewusst, dass er nur in gehobener Atmosphäre einen exklusiven Kundenkreis für seine Weine gewinnen konnte und legte viel Wert auf eine dekorative und repräsentative Ausstattung der Räume im Inneren und eine aufwendig gestaltete Außenfassade Der Vorkeller, heute Seminar- und Veranstaltungsraum von THEATER AN DER LINDE, diente dem Weingärtner als Arbeitsraum zur Bearbeitung der Trauben. Im dahinterliegenden Gewölbekeller wurde der Wein gelagert, das Erdgeschoss im zur Straße hingewandten Teil zu Wohn- und Verkaufszwecken genutzt.

Wobei, für die Zeit nicht ungewöhnlich, die Stube mit der dahinterliegenden Küche den besten Platz mit besonderer Beleuchtung und Einrichtung erhielt. Die Dachgeschosse dienten zunächst als Lagerräume, erst im 18. Jahrhundert wurden durch Einbau von Fachwerkwänden abgeschlossene Räume gewonnen

Heute - nach der Restaurierung und Renovierung des Gebäudes durch die Eigentümer, Familie Fleck, und den Architekten und Bauingenieur Prof. Thomas Ott dienen die Räume als Wohn-, Arbeits- und Veranstaltungsräume von THEATER AN DER LINDE. Die nebenan gelegen alte Scheuer war jahrhundertelang für die Tierhaltung bestimmt, zuletzt als Behausung einer einzelnen Haussau. Von Birgit Nolte-Michel und Oliver Nolte mit viel Liebe zum Detail renoviert, ist sie jetzt Kleinkunstbühne von THEATER AN DER LINDE mit dem Programm "Kultur im Saustall".