Au ja, Kultur für´n Flägga

Eine Art Roadmusical

Über das Leben spielwütiger Musiker und Schauspieler.
Eine komödiantische "Kleinkunst-Musical-Hommage" an das Künstlerleben.

Von und mit Birgit Nolte-Michel, Michael Lauenstein, Oliver Nolte und dem Saustallkollektiv (Bass: Christoph Sauer, Schlagzeug Bernd Settelmeyer/Tobias Escher)

Wir schreiben die 80er Jahre. Eine Band namens „Hallo" tingelt mit einem klapprigen Bus durch Deutschland. Mit dabei: ein Hund mit sensiblem Magen und sein naives Frauchen (die Sängerin), ein versoffener Manager, ein Schlagzeuger ohne Schlagzeug, ein wortkarger Bassist, zudem ein Pianist, der Faust rezitiert.

Gibt es etwas schlimmeres, als ständig auf Achse zu sein? Ständig in fremden Konzertsälen aufzutreten? Ja, das gibt es!...

Au ja, Kultur für´n Flägga ist eine Geschichte über fünf Musiker auf ihrem dramatischen Weg durch die erbarmungslosen Höhen und Tiefen des (Künstler-)Lebens.

Das Kleinkunst-Musical das Birgit Nolte-Michel, Oliver Nolte und Michael Lauenstein fürs Fünf-Jahr- Jubiläum geschrieben haben hat aber ein Happyend.

Zu sehen und zu hören sind:
Birgit und Oliver Nolte
und Das Saustallkollektiv:
Michael Lauenstein (Piano/Akkordeon)
Bernd Settelmeyer/Tobias Escher (Schlagzeug)
Christoph Sauer (Bass).

>Spielplan
>Karten
 
 

Pressestimmen

Road Musical: Von Niesky nach Strümpfelbach
Theater an der Linde feiert fünfjähriges Bestehen mit „Kultur für’n Flägga“

„Der Saustall“ feiert Geburtstag. Vor genau fünf Jahren haben Birgit und Oliver Nolte ihr kleines OFF-off-B-29-Theater gegründet. Eine Erfolgstory: 25 000 Besucher saßen auf kuschelig engstem Raum in 638 Aufführungen beisammen. Zur Feier gab’s nun eine Neu-Inszenierung als Hommage an Strümpfelbach: „Au ja, Kultur für’n Flägga“.

Als die Noltes vor über fünf Jahren das frisch restaurieret alte Weingärtnerhaus in Strümpfelbach bezogen, fragten sie vorsichtig nach, ob sie hier denn auch Theater spielen können. „Auja, Kultur für’n Flägga“ war deren unerwartet begeisterte Aufnahme und gab so dem eigens geschriebenem Jubiläumsstück auch den Namen. „Auja, Kultur für’n Flägga“ ist eine Art Road-Musical geworden, das selbst ironisch eingefärbt ein Stückchen Biografie der fahrenden Gaukler Nolte & Friends erzählt. Eine Geschichte mit Happy End und geglücktem Heimkommen.

Da sehen wir im ersten Akt ein reichlich durchgeknallte Combo auf dem weg zum auftritt in der Schulaula in Niesky/Görlitz. Oliver Nolte als nervoptimistischer Schmuddelmanager und Birgit Nolte als dessen Freundin und hochgestylte Sängerin einer Band namens „Hallo“. Zu der gehören Michael Lauenstein als gutmütiger Pianist, Bernd Settelmeyer (abwechselnd mit Tobias Escher) als Drummer ohne richtiges Schlagzeug und Christoph Sauer als sein Bass knutschender Träumer.

Trotz „Super-Light-Show“: Der Auftritt geht zeimlich in die Hosen. Das alles natürlich gekonnt verkorkst gesungen und gespielt. Nach „Geh nicht wieder fort, einer hinreißend triefenden Ballade, bleibt es bedrückend still im Schuppen. (das Srümpfelbacher Publikum wurde auf einer Tafel vorinformiert) „Nach der nächsten Nummer nicht klatschen!“. Köstlich dann der „Dankesbrief“ vom Veranstalter aus Niesky: „Was macht ihr eigentlich hauptberuflich?“ Schmerzlicher kann das Leben on the road kaum ausfallen

Sechzehn Jahre später, im zweiten Akt ist dieselbe Band mit neo-sachlischen Depri-Outfit immer noch unterwegs. Zwischen einem Brecht und einem Benn Gedicht vertieft sich die existentielle Krise, deren Soundtrack auf diese Libretto geht: „Auf der Straße unterwegs/ Hängen die Gedanken/ fest an den Leitplanken“. Immer wieder sind es die von Birgit Nolte getexteten und von Michael Lauenstein komponierten Lieder, die einen existentiellen Ernst und Drive in die  rührend persiflierte Show dieser sympathischen Loser-Truppe bringen.
Eine Zeitungsannonce – wie im wirklichen Leben der Noltes – bringt schließlich die Rettung. Das Strümpfelbacher Theater als festen Auftrittsort und Inspiration für neue Stücke.
Und aus einer Art irrwitzig schnell durchgezappten Vorschau auf dieses Projekt besteht denn auch der dritte Teil des Abends. Es ist eine historisch verbürgte lokale Sage aus dem Strümpfelbach des frühen 19.Jh. Mit überbordeter Spiellaune uns Lust am deftigsten Schwäbisch läuft das Ensemble bei dieser schröcklichen Moritat über die Liebesgeschichte von der Gretel und dem Frieder zu komödiantischer Hochform auf. „Leid und Hass wird eingeführt, mit Spaß und Freude umgerührt“ heißt es im viel versprechenden Song dazu. So viel sei schon mal verraten: rührender Schluss, quietschender Kuss.
Selbst am festen Ort also: ein Theater, das unverbesserlich in Bewegung bleibt.